Von Bissanzeiger zu hejfish: Wie wir Angelkarten digitalisiert haben
Bevor ich mit ERP, KI und Automatisierung beschäftigt war, habe ich etwas ganz anderes aufgebaut: eine Plattform für Angelkarten.
Die Idee: Angelkarten online verkaufen
2012 saß ich mit Freunden an der Großen Mühl und wir ärgerten uns, dass man für jede Angelkarte einen anderen Papierzettel brauchte. Kein Online-Shop, kein Sofortkauf, keine Übersicht über freie Gewässer – nichts.
Also entwickelten wir den "Bissanzeiger". Später wurde daraus hejfish.com. Die Grundidee blieb: Digitale Angelkarten für Österreich, Deutschland und darüber hinaus.
Die ersten Artikel darüber kamen aus der Region: meinbezirk.at, meinbezirk.at Gmünd, meinbezirk.at Rohrbach. Damals ahnte noch niemand, dass daraus die größte Plattform für Angelkarten im DACH-Raum werden würde.
Technologisch: Laravel, Stripe, Ukraine
Technologisch starteten wir mit Symfony, wechselten dann auf Laravel, als das Framework stabil genug war. Ich kümmerte mich um das Produkt, das Marketing, die ersten Bewirtschafter-Verträge mit Fischereivereinen – und um die Infrastruktur.
Viele Nächte im Laravel-Stack: Payment-Integrationen, Rechte-Modelle für mehrere Bundesländer, offlinefähige PDF-Karten.
Wir bauten früh ein Remote-Team in der Ukraine auf. Fantastische Entwickler, die uns halfen, obwohl das Budget sehr klein war. Effizienz war Pflicht.
Wachstum: Von ein paar Seen zu 3000+ Gewässern
2015 erhielten wir den EDISON Preis. Kurz darauf stieg startup300 ein, darüber schrieb TrendingTopics. Damit konnten wir skalieren.
Heute listet hejfish über 3.000 Gewässer und ist die größte Plattform für Angelkarten im deutschsprachigen Raum. Das Ziel: Die komplette Journey vom Erlaubnisschein bis zur Fangstatistik digital abbilden.
Produkt und Marketing
Ich war nicht nur CTO oder CPO, sondern Marketing, Customer Support, Rechtsabteilung, Onboarding – alles. Klingt chaotisch, hat aber einen Vorteil: Man versteht jede einzelne Komponente.
- Wir bauten Landing Pages pro Gewässer
- Wir schalteten hyperlokale Kampagnen (Facebook Ads, regionale Medien)
- Wir arbeiteten mit Verbänden und Gemeinden genauso wie mit Privatverpächtern
Übergabe
2018/19 blieb hejfish als Marke bestehen, ich zog mich operativ zurück. Die Plattform wächst weiter – 3.000 Gewässer, internationale Expansion, Produkt-Team, das größer ist, als ich es je bauen konnte.
Rückblick
Das Projekt hat mir gezeigt, wie weit man mit einem kleinen Team und klarer Vision kommt:
- Tech: Laravel, API-First-Ansatz, automatisierte Ticket-/Lizenzgenerierung
- People: Remote-Teams funktionieren, wenn man sie ernst nimmt
- Markt: Nischen sind oft größer, als man glaubt
Ich bin dankbar für die Zeit. Und ich habe damals gelernt, dass ein "Trivialproblem" (Angelkarte kaufen) eine ganze Branche digitalisieren kann.
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