Von der Telegram-Nachricht zum Blogartikel
Dieser Artikel ist etwas Besonderes: Er beschreibt genau den Prozess, durch den er entstanden ist.
Ich schicke eine Telegram-Nachricht an meinen KI-Agenten. Er schreibt einen Entwurf, ich schaue drüber, sage "passt" oder korrigiere einzelne Stellen, und er veröffentlicht. Kein CMS, kein Browser, kein manuelles Deployment.
Der Aufbau
Der Agent läuft auf einem Raspberry Pi 5, powered by OpenClaw. OpenClaw verbindet das Sprachmodell (in meinem Fall Claude von Anthropic) mit meinen eigenen Tools: dem Auktions-Watcher, der Loxone-Steuerung, und eben dem Blog.
Der Blog selbst ist ein Static Site Generator, den ich selbst gebaut habe. Markdown-Dateien rein, HTML raus, rsync auf den Server. Kein WordPress, kein Headless-CMS, keine Datenbank.
Der Workflow
1. Idee per Telegram schicken
Ich schreibe dem Agenten: "nächster Artikel: OpenClaw, Telegram, Blogschreiben." Das war's. Kein Briefing, keine Struktur, keine Stichpunkte.
2. Agent schreibt den Entwurf
Der Agent kennt mich: meinen Stil, meine Themen, was auf dem Blog bisher steht. Er legt den Entwurf als Markdown-Datei im drafts/-Ordner ab, baut eine Vorschau und schickt mir den Link.
3. Vorschau prüfen
Unter http://localhost:5001 läuft ein lokaler Preview-Server. Entwürfe erscheinen dort mit einem gelben Banner, damit klar ist, dass sie noch nicht live sind.
4. Feedback geben
Ich schreibe zurück, was nicht passt. "Diesen Satz weg." "Das umformulieren." "Erwähne auch X." Der Agent ändert es direkt in der Datei und baut die Vorschau neu.
5. Freigeben
"Top." Der Agent publiziert: verschiebt den Entwurf nach posts/, baut die finale Version, und deployed per rsync auf den Server.
Was das bedeutet
Der Aufwand für einen Blogartikel ist auf ein Minimum reduziert. Ich denke, der Agent schreibt, ich korrigiere, fertig. Die Hürde, etwas zu veröffentlichen, ist so klein, dass man es einfach macht.
Das ist kein Ghostwriting. Ich bestimme, was drin steht, welchen Ton es hat, was wegkommt. Der Agent ist ein sehr schneller erster Entwurf, nicht das Endprodukt.
Warum kein fertiges Tool?
Es gibt Content-Management-Systeme, Headless-CMS-Lösungen, KI-Schreibwerkzeuge. Ich habe trotzdem alles selbst gebaut.
Einerseits, weil es schneller geht als man denkt, wenn man weiß, was man will. Andererseits, weil ich dann genau verstehe, wie jede Schicht funktioniert, und es ändern kann wenn nötig.
Und ehrlich gesagt, weil das Bauen selbst interessant ist.
Der Quellcode des Blogs liegt auf GitHub: snoo-snoo/auction-watcher enthält auch das Blog-System als Referenz.